Q-Fieber bei Menschen_Landwirt mit Schafherde

Q-Fieber bei Menschen: Was Sie über die Krankheit wissen müssen

Gast Autor Ceva Rind

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4.05.2021

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4 Min. Lesezeit

Wenn das Wetter wärmer wird und weniger Regen fällt, können Bakterien durch den Wind schnell und weit verbreitet werden. So auch Coxiella burnetii, ein winziges Bakterium, das vor allem in wiederkäuenden Tieren lebt und durch die Luft auf den Menschen übertragen werden kann. Die Krankheit, die diese Coxiellen verursacht, heißt Q-Fieber, das erstmals in den 1930er Jahren in Queensland in Australien festgestellt wurde. Da die Ursache der Krankheitsfälle zuerst unbekannt war, wurde die Erkrankung im Englischen als „query fever“ bezeichnet, was übersetzt „fragliches Fieber“ bedeutet. Es ist eine ganz treffende Bezeichnung für eine Infektion, die einen ungewöhnlichen Krankheitsverlauf hat.

Das Q-Fieber – harmlos oder doch gefährlich?  

In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über diese Infektionskrankheit wissen sollten:

  • Was ist Q-Fieber?
  • Wie findet eine Infektion statt?
  • Welche Symptome treten bei Q-Fieber auf?
  • Wie kann eine Erkrankung nachgewiesen werden?
  • Wie wird Q-Fieber behandelt?

Vorbeugende und schützende Maßnahmen

Schaf beim Grasen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Q-Fieber? 

Das Q-Fieber ist eine mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis weltweit verbreitete und bakteriell bedingte Zoonose. Gemeint sind damit Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Überwiegend auf dem Land oder am Stadtrand – also dort, wo Tiere und Menschen enger zusammenleben – tritt die akute oder chronische Infektionskrankheit auf. Der Q-Fieber auslösende Erreger Coxiella burnetii hat es in sich: Die Bakterien sind sehr widerstandsfähig und halten sich gerne in Staub, Heu und Wolle auf, wo sie jahrelang überleben können. Vor allem infizierte Schafe und Ziegen sowie Rinder können den Erreger übertragen, aber auch Haustiere wie Katzen, Hunde, Kaninchen oder auch Wildtiere kommen als Überträger infrage.

Mehr zu Q-Fieber bei Schafen und Ziegen erfahren Sie hier. 

Wie findet eine Infektion statt? 

Besonders gefährdet sind Menschen, die einen engen Kontakt zu Tieren haben – zum Beispiel Schlachter, Tierfellverarbeiter, Tierhalter und veterinärmedizinisches Personal. Neben dem direkten Kontakt zu infizierten Tieren ist vor allem das Einatmen von bakterienhaltigen Stäuben oder Tröpfchen der wesentliche Infektionsweg für den Menschen. Möglich ist aber auch eine Übertragung durch Kontakt mit verunreinigten Produkten oder Lebensmitteln wie nicht pasteurisierte Milch oder – sehr selten – durch den Stich befallener Zecken. Besonders in den Sommermonaten steigt die Gefahr einer Ansteckung, da bei heißen und trockenen Wetterbedingungen die infektiösen Stäube mit dem Wind sehr weit getragen werden können. Sie müssen das infizierte Tier also nicht einmal gesehen haben, um sich über die Atemluft anzustecken.

Welche Symptome treten bei Q-Fieber auf? 

In vielen Fällen verläuft die Infektion mit Q-Fieber symptomfrei und muss nicht behandelt werden. Bei ca. 40 Prozent der infizierten Menschen treten nach etwa ein bis drei Wochen die ersten Symptome auf, die einer Sommergrippe ähneln. Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Mattigkeit sowie Fieber, das teilweise sehr hoch sein kann, sind häufige Beschwerden. In selteneren Fällen (ca. 10 Prozent) tritt eine Lungen- oder Leberentzündung auf. Noch seltener führt die Infektion zu einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung bzw. einer Gehirnhautentzündung. Die Sterberate durch Q-Fieber liegt weltweit bei unter 2 Prozent. Man sieht, dass der Krankheitsverlauf von Q-Fieber beim Menschen sehr unterschiedlich ausfällt – von der unbemerkten Infektion bis hin zu einer schweren chronischen Erkrankung. Eine direkte Übertragung des Q-Fiebers von Mensch zu Mensch kommt nur in Ausnahmefällen vor. 

 Mann misst Fieber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie kann eine Erkrankung nachgewiesen werden? 

Aufgrund der grippeähnlichen Symptome in den ersten Tagen ist eine Q-Fieber-Diagnose für den Arzt nicht ganz einfach. Um eine Infektion sicher nachweisen zu können, ist eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Coxiellen-Antigene erforderlich.

Hier ein Interview mit einem Betroffenen Q-Fieber Erkrankten.

Wie wird Q-Fieber behandelt? 

Eine Q-Fieber-Erkrankung wird mit Antibiotika behandelt. Besonders gut eignet sich das Antibiotikum Doxycyclin, das zwei bis drei Wochen lang eingenommen werden muss. Schwangere werden bei einer Infektion mit dem Antibiotikum Trimethoprim-Sulfamethoxazol während der gesamten Schwangerschaft behandelt.

Hier lesen Sie mehr zu den Q-Fieber Symptomen beim Menschen.

Vorbeugende und schützende Maßnahmen 

Auch wenn sich die Zahl der Q-Fieber-Erkrankungen beim Menschen noch in Grenzen hält, zeigen die 148 registrierten Fälle im Jahr 2019, dass Q-Fieber hierzulande existiert und auch aktuell immer wieder auftritt. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist, den Kontakt zu infizierten, nicht geimpften Tieren zu vermeiden. Da dies bei Menschen aus dem landwirtschaftlichen Umfeld natürlich nicht möglich ist, ist es wichtig, Ausbrüche rasch zu erkennen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Zum Beispiel durch eine Impfung der Tiere gegen Q-Fieber, mit der man Infektionen erfolgreich in den Griff bekommen kann. Um Infektionsquellen aufzuspüren und neue menschliche Erkrankungsfälle zu verhindern, ist eine Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt und Gesundheitsamt erforderlich. So können Sie sich und andere Menschen vor einer Infektion mit dem Q-Fieber schützen. 

Mehr zur Impfung mit Q-Fieber erfahren Sie hier.

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