Kolostrum, Kolostrum, Kolostrum. Doch wie geht es weiter?

Dass ein optimales Kolostrummanagement der Grundstein für eine erfolgreiche Kälberaufzucht ist, darauf sind wir bereits in einem anderen Artikel eingegangen.
Der gute Start der Kälberfütterung in den ersten Wochen ist entscheidend für eine starke Gesundheit und robuste Konstitution als Voraussetzung für ein niedriges Erstkalbalter und hohe Milchleistung.

  • Fütterung in ausreichender Menge und guter Qualität sicherstellen

Fütterung der Kälber in den ersten Wochen

2 Kälber hinter Gitterstäben mit Milchtränken

Nach der ersten Woche wird in der Regel von Biestmilch auf Vollmilch oder Milchaustauscher (MAT) umgestellt. Vor allem die jungen Kälber können dabei tatsächlich zunächst nur Milch verdauen.

Empfehlenswert ist es, die jungen Kälber mit Milch oder hochwertigem MAT dreimal täglich oder ad libitum zu füttern, also mit Milch zur freien Aufnahme. Dabei sollte bei einer Methode verblieben werden. Restriktiv gefütterte Kälber sollten nicht auf ad libitum Tränke umgestellt werden.

Vollmilchtränke

  • Bei der Vollmilchtränke sollte täglich mindestens 15 % des Körpergewichts vertränkt werden, also etwa 6 bis 8 Liter unverdünnt.
  • Da Vollmilch zu wenig Vitamine und Spurenelemente wie Selen oder Eisen enthält, sollten Vollmilchaufwerter/Vollmilchergänzer verwendet werden.
  • Auf Hygiene an der Tränke und Tränketemperatur von etwa 38 °C achten.

Milchaustauscher

  • Beim Füttern von Milchaustauschern (MAT) sollte auf die Qualität geachtet werden. Der Anteil vom Magermilchpulver sollte über 30 % liegen und hochwertige Molkenproteine enthalten.
  • Der MAT sollte keine pflanzlichen Proteine enthalten, da diese vom Kalb in den ersten fünf Wochen noch nicht verdaut werden können.
  • Der Rohfaseranteil sollte unter 0,1 %, der Rohascheanteil unter 10 % liegen.
  • Insgesamt sollte pro Tag etwa 1 kg MAT gefüttert werden. Die Konzentration ist bei etwa 150 Gramm pro Liter anzusetzen. Beim Abtränken kann auf 125 Gramm reduziert werden.

Ergänzung von Eisen

Eisen ist wichtig für die Sauerstoffversorgung. Da etwa 20 bis 30 Prozent der neugeborenen Kälber an Eisenmangel leiden, ist die einmalige Gabe eines Eisenpräparats in den ersten Lebenstagen empfehlenswert.

Ad libitum Tränke

  • Wenn ad libitum getränkt werden soll, dann beginnend mit dem ersten Tag für mindestens drei Wochen. Bereits restriktiv gefütterte Tiere nicht auf ad libitum umstellen.
  • Auf pH-Wert achten: Die Vollmilch sollte leicht angesäuert einen pH-Wert von 5,5 aufweisen. Größere Schwankungen des pH-Wertes vermeiden!
  • Kälber genauer überwachen: Es muss regelmäßig kontrolliert werden, ob die Kälber ausreichend Milch aufnehmen.
  • Hygiene sicherstellen: Tränkeautomat, Eimer und Nuckel regelmäßig reinigen.

Wasser und Raufutter

  • Wasser sollte den jungen Kälbern schon ab dem ersten Tag angeboten werden.
  • Ab dem achten Lebenstag sollte bereits ergänzend zur Milch auch Raufutter/rohfaserreiches Futter frei angeboten werden, damit die Vormagenentwicklung unterstützt wird.
  • Kälberstarter fördern die Pansenentwicklung und sollten frühzeitig verwendet werden, um die Umstellung auf Kraftfutter zu fördern.

Absetzen abhängig von Kraftfutteraufnahme

Wenn die Kälber eine tägliche Portion Kraftfutter von etwa 1,5 kg problemlos aufnehmen, kann die Milchtränke abgesetzt werden

Kolostrum und Fütterung sind die Basis für gesunde Kälber

Optimale Nahrung und Nährstoffversorgung sind schon in der frühen Phase wichtig für den Aufbau der Konstitution und Organausprägung und wirken sich nachweislich positiv auf die spätere Milchleistung aus.
Mehr über die optimale Kälberaufzucht lesen Sie auch in unserem Beitrag über die Kälberversorgung bei der Geburt.